Susanne Thoma im Gespräch mit Barbara Friedrichs, Kuratorin von AiR Linz und Lab30-Festivalleiterin im Kulturamt der Stadt Augsburg.
Susanne Thoma: In welcher Form bist du am Projekt beteiligt?
Barbara Friedrichs: Die Initiatoren haben sich für 2016 einen Künstler aus Linz im Bereich Medienkunst gewünscht. Ich habe mich sofort an Reinhard Gupfinger erinnert. Er war 2011 beim Medienfestival Lab30 zu Gast und ich habe ihn für Augsburg geworben.
Warum ist Reinhard Gupfinger eine gute Wahl?
Er bewegt sich souverän zwischen Bildender Kunst und Klangkunst und arbeitet mit hochentwickelten Soundtechniken. Als Forscher befasst er sich mit dem Einfluss von Schall auf den Menschen. Reinhard bringt Expertise mit, hat dennoch einen frischen Blick und geht mit einer hohen Sensibilität an Themen heran. Damit ist er der Richtige für eine »Utopie des Friedens«.
Woran arbeitet der Künstler in Augsburg?
Er visualisiert Klänge, die in Gotteshäusern zu hören sind. Er übersetzt die Schallwellen von Predigten verschiedener Glaubensgemeinschaften in ein Relief. Dabei ist nicht der ideale Sound wichtig, sondern der Eindruck, der beim menschlichen Gehör entsteht. Bei einer Ausstellung ab September wird alles gleichberechtigt nebeneinander präsentiert.
AiR Linz ist Teil des Friedensfestes, das sich in diesem Jahr mit dem Thema »Mut« auseinandersetzt. Welche Verbindung gibt es zu der Arbeit von Reinhard?
Die Frage nach Verständigung zwischen den Religionen ist hochaktuell. Wir alle müssen den Blick weiten und die Gleichwertigkeit aller Glaubensrichtungen anerkennen. Das verlangt insbesondere von den beteiligten Partnern einiges an Mut.

